Was ein richtiger Mann tun muss …

… oder nicht tun darf, darüber gibt es immer noch feste Meinungen, die Rollenklischees leben, sind Alltag. Auch darum ist Feminismus für mich wichtig, um den Vorgaben, wie ein richtiger Mann zu sein hat, zu entkommen. 

Für mich habe ich das erst spät festgestellt. Ich war lange sehr angepasst und wollte eine allgemein akzeptierte Rolle spielen. Das hat sich vor einiger Zeit geändert und ich versuche mehr ich zu sein, mich nicht zu sehr anzupassen. Unabhängig davon, dass es mir damit besser geht, erlebe ich immer wieder Erstaunen, bis hin zur Ablehnung. 

Dabei geht es nicht um dramatische Dinge, sondern zum Beispiel meine Vorliebe für HelloKitty und Glitzer. Einigen ist es egal, finden es toll oder erklären mir, warum Sie HelloKitty doof finden. Manche aber, machen sich lustig, finden meine Vorliebe nicht angemessen, wollen mir erklären, dass HelloKitty oder Glitzer für Mädchen sind. Von einem Pflegeschüler wurde ich neulich gefragt, ob ich echt so bin, oder Show mache. WTF?

Von unserer Psychologin würde ich neulich angesprochen, dass ich keinen männlichen Gang habe, eine ‚weibliche‘ Art hätte. Nicht selten passiert es, wenn es z.B. um einen schweren Patienten geht, dass es heißt ‚gut, dass wir einen männlichen Pfleger haben‘, obwohl wesentlich fittere Kolleginnen anwesend sind. Wenn ich meine Freundin in den Baumarkt begleite, versuchen die Verkäufer oft mit mir zu sprechen, obwohl sie eine Frage gestellt hat (und ich zwei linke Häne habe). 

Eigentlich macht mir das wenig aus, ich bin auch in anderen Dingen ein Paradiesvogel. Vor ein paar Tagen bin ich aber durch eine Diskussion auf Twitter ins Nachdenken gekommen. Und da fielen mir Beispiele ein, die mich wirklich stören. Gerade Männer, die sehr auf Ihre ‚Männlichkeit‘ bedacht sind reagieren z.T. aggressiv auf mich. Das ist nervig und anstrengend, manchmal macht es mir sogar Angst. Ich habe echt keine Lust auf Mackergehabe. 

Ich habe an Patienten gedacht, die an ihrem Bestreben der Rolle ‚Mann‘ zu entsprechen kaputt gegangen sind, zumindest sehr darunter gelitten haben. Warum tun wir uns das an? Was ist daran so wichtig, genau definierte Vorstellungen von Geschlechtern zu haben, und davon, wie sie sich zu verhalten haben?

Ich habe darunter nicht wirklich zu leiden. Aber was, wenn ich Lust bekomme, mir die Nägel zu lackieren, oder ähnliches, gibt es darauf heftigere Reaktionen? Und weiter gedacht, wie ergeht es Menschen, die sich weitaus mehr über die Geschlechtergrenzen wagen, als ich? Die Vorstellung macht mir Angst, nimmt mir ein Stück Freiheit. 

 

 

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