Angespannt und genervt

Woran auch immer es liegen mag, an den vielen Frühdiensten im April, daran, dass ich kaum mal zwei Tage am Stück frei hatte, auch nach Nachdienst, oder an der fehlenden Sonne … ich bin gerade ziemlich ätzend und ziegig. Auch meiner Liebsten und der Prinzessin gegenüber. Ich ärgere mich darüber. Leider verstärke ich damit die Anspannung nur noch. 

Menno. Ich mag nicht so genervt sein und würde lieber gelassener reagieren können. 

(Bild: pixabay.com)

Vorurteile

Foto:  pixabay.com
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Wir haben alle Vorurteile. Wir können den Alltag nicht bestehen, wenn wir jede Situation, jede Entscheidung gründlich überdenken, nachdem wir erst ausreichend Informationen gesammelt haben. Wir würden still stehen.

Vorurteile sind erst einmal nichts schlechtes. Sie helfen uns schnell zu reagieren, teilweise ohne, dass wir bewusst eine Entscheidung treffen. Sie entlasten uns. Sie können uns schützen.

Problematisch wird es, wenn wir unsere Vorurteile für gesicherte Urteile halten, vielleicht sogar unsere weiteren Überlegungen darauf aufbauen. Es ist gefährlich, wenn wir nicht bereit sind, unsere Annahmen zu hinterfragen, neuen Eindrücken anzupassen, mit Fakten abzugleichen.

Selbst wenn wir unsere Vorurteile erkennen, sie überprüfen, Fakten kennen, können sie noch in uns wirken. Ich finde es wichtig sich darüber klar zu sein. Gerade im Kontakt mit Menschen.

Tricolore

Angesichts der Attentate in Paris habe auch ich mein Profilbild bei Facebook in den französischen Nationalfarben einfärben lassen. Aufgrund der der aktuellen Diskussionen, z.B. auf Twitter, möchte ich meine Ansicht erklären.

 

Die Kritik an der Aktion kann ich nachvollziehen. Jedes Menschenleben ist gleichviel Wert, ob nun hier in Deutschland, in Frankreich oder in Beirut, Syrien -oder im Boot auf dem Mittelmeer. Es sterben jeden Tag so viele Menschen durch andere Menschen, viel zu viele. Und ich kann verstehen, dass mache finden, die Hervorhebung durch Facebook-Aktion werte andere Opfer ab, zeige, dass Tote in Europa mehr zählen.

 

So funktionieren Menschen aber nicht. Trauer ist etwas persönliches. Sie hat mit Nähe und Beziehung zu tun. Wenn ich lese, dass in meiner Stadt ein Unglück passiert ist, ist es mir gefühlsmäßig näher, als ein Unfall in Bayern. Noch mehr trifft es mich, wenn direkt in meiner Nachbarschaft etwas passiert und Menschen, die ich regelmäßig sehe, betroffen sind.

 

Mich berührt es, wenn Menschen leiden. Ich finde, es läuft viel falsch in dieser Welt. Zum Glück kann ich mich jedoch meist genug Abgrenzen, rationalisieren und mein eigenes kleines Leben weiter leben. Alles andere wäre nicht gesund.

 

Als ich am Tag nach den Anschlägen in Paris gelesen habe was passiert ist, habe ich geweint. Und ich habe das Bedürfnis zu trauern und meine Trauer zu zeigen. Für seine Gefühle muss sich niemand rechtfertigen, sie sind einfach da. Und ich muss damit umgehen, werde sie nicht verstecken.

Zerbrechliche Männlichkeiten

Neulich habe ich eine Gruppentherapie geleitet, in der nur Männer saßen. Darunter waren so super coole Typen, die permanent zeigen mussten, wie tolle Kerle sie sind. Sie hatten selbstverständlich keine Probleme, konnten in den beispielhaften Situationen zum Thema soziale Kompetenz, die wir bearbeitet haben, keine Schwierigkeiten erkennen. 

Interessant war zu sehen, dass die anderen Gruppenteilnehmer sich in der Gegenwart der Coolen kaum getraut haben, ihre Gefühle zu benennen. Dabei sind die meisten sonst froh, ihre Unsicherheiten und nicht hilfreichen Strategien zu bearbeiten, finden es schade, wenn die Stunde schon vorbei ist. 

In der Runde waren aber alle darauf bedacht, sich nicht als weich zu outen. Verschenkte Zeit. 

Lok auf zwei Beinen

Ich kann Stillstand nicht aushalten. Auch wenn es eigentlich okay, oder sogar gut ist, es muss sich etwas bewegen … Eine Eigenschaft mit leicht destruktiven Elementen. 

Jedes Mal, wenn sich mein Leben auf einen stabilen Zustand einpendelt, fühle ich eine körperliche Beklemmung, den Drang auszubrechen. Ich entwickle depressive Symptome, bekomme Angst. Ich werde richtig krank. 

Die Gefahr ist dann, dass ich einen guten Zustand, eine eigentlich für mich positive Umgebung kaputt mache.